Was sich hinter einer reaktiven Depression verbirgt

Die reaktive Depression ist eine aufgrund von externen Auslösern induzierte Verhaltensstörung. Diese wird ebenso als depressive Reaktion bezeichnet. Hierbei wird der depressive Zustand infolge eines schmerzhaften Erlebnisses hervorgerufen. Zu diesen drei dazugehörenden Formen zählen die kurzzeitige depressive Reaktion, ein temporärer leichter depressiver Zustand, welcher höchstens einen Monat dauert und die länger andauernde depressive Reaktion.

Was eine reaktive Depression verursacht

Die Ursachen für eine reaktive Depression ist ein Ereignis, das den Betroffenen belastet. Möglichkeiten dafür gibt es mehrere, zum Beispiel der Verlust einer nahestehenden Person, die Scheidung vom Partner, eine schwerwiegende physische Krankheit, die Arbeitslosigkeit und so weiter. Es ist möglich, dass solche und vergleichbare Schicksalsschläge die reaktive Depression auslösen. Selbst schwere Partnerschaftsprobleme, ständige Beleidigungen und Kränkungen, durch die das eigene Selbstwertgefühl verletzt wird, der Auszug von einem erwachsenen Kind oder berufliche Probleme sind bei einigen Kranken die Auslöser für die Depression. Alle Menschen reagieren auf belastende Erlebnisse des Lebens anders. Der eine kann sie meistern, während eine andere Person daran zerbricht. Bei der Entstehung einer reaktiven Depression spielt die persönliche Struktur eine wichtige Rolle. Für das Geschlecht gilt das Gleiche. Bei Männern kommt die Erkrankung oft durch berufliche Probleme, wie einer nicht erfolgten Beförderung oder einem gestiegenen Konkurrenzdruck, schlechten Auftragslagen oder Zahlen oder dem Verlieren des Arbeitsplatzes vor, während sie bei den Frauen schon eher aus Problemen in der Familie, den Wechseljahren und anderem resultiert.

Symptome einer reaktiven Depression

Viele Menschen mit einer reaktiven Depression fühlen sich keineswegs krank, sondern eher aufgrund des belastenden Schicksalsschlags erdrückt. Teilweise tritt nach dem Ereignis eine innere Erstarrung auf, die ein paar Stunden oder ebenso einige Tage andauern kann. Zu den klassischen Symptomen einer reaktiven Depression zählen Hilflosigkeit, ausgeprägte Niedergeschlagenheit, Gleichgültigkeit, Teilnahmslosigkeit, Interesselosigkeit, Antriebslosigkeit, Gefühl einer inneren Leere, Verzweiflungsausbrüche, Nervosität, Unruhe, Angespanntheit, Weinkrämpfe, Aggression, Abwehr gegen Hilfestellungen, Stimmungstief morgens und abends, mangelndes Selbstbewusstsein und Suizidgedanken. Die körperlichen Symptome dieser Depression äußern sich in Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Druck im Kopf, Magen-Darm-Beschwerden, Kloß im Hals, Atemenge, Flimmern vor den Sehorganen, Harndrang, Verspannungen, erhöhte Temperaturempfindlichkeit, sexuelle Freudlosigkeit und Herzklopfen oder – stechen.

Wer am meisten von einer reaktiven Depression betroffen ist

Personen mit einem verringerten Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl sind besonders gefährdet, an der reaktiven Depression zu erkranken. Oft verfügen diese noch über einen gewissen Perfektionismus und eine übersteigerte Gewissenhaftigkeit. Eine andere Risikogruppe sind Menschen, welche zu Schuldgefühlen neigen, sich Anerkennung wünschen, sich stark an entsprechende Mitmenschen orientieren und sich gerne an andere klammern, die an Verlustängsten leiden und deswegen immer befürchten, ihren Lebensgefährten zu verlieren, keinerlei Möglichkeiten haben, Aggressionen auszuleben oder denen es nicht leicht fällt, nein zu bestimmtem Dingen zu sagen.

Behandlungsmöglichkeiten bei einer reaktiven Depression

Eine langwierige Therapie mit Arzneimitteln wie Antidepressiva ist bei dieser Art der Depression lediglich selten die ideale Behandlungsform. In erster Linie ist es für den Betroffenen wichtig, über das Ereignete zu reden, um es auf die Dauer verarbeiten zu können. Dafür ist der Psychologe die optimale Anlaufstelle, wenn die Gespräche mit den Freunden, Familienangehörigen oder dem Hausarzt keinerlei Besserung zeigen. Manchmal wird die Psychotherapie von der medikamentösen Behandlung entsprechend begleitet. Das dient dem Ziel, beim Betroffenen den häufig starken Leidensdruck zu nehmen. Während der Erkrankung sind ebenso unterschiedliche Methoden im täglichen Leben besonders sinnvoll, zum Beispiel körperliche Aktivitäten wie etwa Fahrrad fahren. Prinzipiell wirkt sich Sport auf die Psyche sehr positiv aus. Entspannungsverfahren können später gut helfen, wie etwa Yoga oder autogenes Training.

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